Einer der Schwerpunkte in unserer Praxis für Orthopädie in Düsseldorf ist die Behandlung von Rheuma: Hinter diesem einen Begriff verbergen sich allerdings eine Vielzahl von Krankheiten – ca. 300 einzelne Erkrankungen, die in jedem Lebensalter auftreten können. Durch frühzeitige Diagnostik, Erstellung eines Behandlungsplans sowie die Einleitung einer Therapie durch den Rheumatologen kann die Krankheit aufgehalten und in vielen Fällen positiv beeinflusst werden.

Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) umfassen rheumatische Erkrankungen jene Krankheiten des Bewegungsapparates, die mit Schmerzen und Bewegungseinschränkung einhergehen können. Zum Bewegungsapparat zählen die Wirbelsäule, Knochen, Gelenke und die sie umgebenden Weichteile, wie z.B. die Muskulatur und die Sehnen. Bei einem Teil der rheumatischen Erkrankungen besteht das Risiko, dass weitere Organe (u.a. Herz, Lunge, Niere, Auge) miterkranken.

In jedem Alter – vom Kind bis zum älteren Menschen – können rheumatische Erkrankungen auftreten. Die Ursachen sind vielfältig und häufig noch unbekannt. Das Erscheinungsbild der verschiedenen Krankheiten ist daher – und dies vor allem zu Beginn der Erkrankungen – sehr variabel. Eine frühe gezielte Diagnose und Definition der Erkrankung sind entscheidend für die Prognose und können Leben retten.

In unserer Orthopädie Praxis behandeln wir alle vier Hauptgruppen rheumatischer Erkrankungen

1. Entzündlich-rheumatische Erkrankungen

Den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen liegt eine Entzündung – vielfach der Gelenke – zugrunde. Ursächlich ist häufig eine Fehlreaktion des Immunsystems, die auch als autoimmun angesehen wird. Die Krankheitsentstehung ist oft multifaktoriell, d.h. neben einer individuellen angeborenen Veranlagung (genetische Prädisposition) spielen exogene und endogene Faktoren eine Rolle wie Entzündungen/Infekte durch bestimmte Erreger oder psychische Belastungen.

Zu den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen gehören z.B.:

  • Rheumatoide Arthritis (RA, auch chronische Polyarthritis genannt)
  • Spondylarthropathien (z.B. Morbus Bechterew, Psoriasis-Arthritis)
  • Kollagenosen (Entzündungen des Bindegewebes z.B. Systemischer Lupus erythematodes, Sklerodermie, Sjögren-Syndrom, Poly- oder Dermatomyositis)
  • Vaskulitiden (Entzündungen von Gefäßen und/oder Organen z.B. Morbus Wegener)
  • Entzündliches Muskelrheuma (z.B. Polymyalgia rheumatica)
  • Juvenile Arthritiden (entzündliche rheumatische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter, z.B. Juvenile idiopathische Arthritis)

Diese Krankheitsbilder gehören zu den bedeutenden Ursachen von erworbener körperlicher Behinderung und chronischer Schmerzbelastung. Die Häufigkeit z.B. der rheumatoiden Arthritis wird auf 0,8 % bis 1 % der erwachsenen Bevölkerung geschätzt, diejenige der Spondylarthropathien auf bis zu 1 %. Die Häufigkeit der Immunvaskulitiden beträgt etwa 0,2 % der Bevölkerung. Insgesamt muß man also davon ausgehen, dass mindestens 2 % der erwachsenen Bevölkerung an chronischen entzündlich-rheumatischen Systemerkrankungen leiden. Kinder sind mit einer Häufigkeit von etwa 2 pro 10.000 von entzündlich-rheumatischen Krankheiten betroffen.

2. Degenerative rheumatische Erkrankungen

Erkrankungen, die durch einen Gelenkverschleiß entstehen, gehören zu den degenerativen rheumatischen Erkrankungen. Ursächlich sind beispielsweise Fehl- oder Überbelastung, Alterung, traumatische Veränderungen (Unfälle), Bewegungsmangel und Übergewicht. Individuelle Voraussetzungen wie eine angeborene Veranlagung spielen auch hier eine Rolle. Die bekannteste Erkrankung der degenerativen rheumatischen Erkrankungen ist die Arthrose (Gelenkverschleiß).

3. Rheumatische Erkrankungen der Weichteile

Diese Form betrifft die Weichteile des Bewegungsapparates. Verschiedene Krankheitsbilder mit Symptomen wie Schmerzen im Bereich von Muskulatur und Sehnen, vermehrter Erschöpfbarkeit oder verminderter Belastbarkeit zählen dazu. Die bei uns am weitesten verbreitete weichteilrheumatische Erkrankung ist die Fibromyalgie.

4. Stoffwechselstörungen, die mit rheumatischen Beschwerden einhergehen

Eine häufige Stoffwechselstörung, die mit rheumatischen Beschwerden einhergeht, ist in unseren Breiten die Gicht (Arthritis urica), der eine anlage- und ernährungsbedingte Störung des Harnsäurestoffwechsels zu Grunde liegt.

Diagnostik

Durch eine frühe Diagnose und einen rechtzeitigen Beginn einer antirheumatischen Therapie, wie sie die Fachärzte für Orthopädie Dr. med. Paul Dann und Dr. med. Jürgen Arnold in unserer Praxis für Orthopädie in Düsseldorf durchführen, lässt sich der Krankheitsverlauf bei vielen Patienten positiv beeinflussen und blockieren. So können Schmerzen gelindert, die Beweglichkeit verbessert sowie der fortschreitende Krankheitsprozess aufgehalten oder sogar gehemmt werden.

Für die gezielte Diagnose einer rheumatischen Erkrankung werden in unserer Orthopädie Praxis neben der Erfassung der spezifischen Anamnese und der typischen Klinik durch den Rheumatologen Laboruntersuchungen (immunologische Untersuchungen (Antikörper), Rheumafaktor, Anti-CCP, ANA, ANCA, HLA B 27) und bildgebende Verfahren (konventionelles Röntgen, hochauflösender Ultraschall, Skelettszintigraphie, Computertomographie (CT oder Kernspintomographie (MRT)) eingesetzt.

Therapie

In unserer Praxis für Orthopädie kombinieren wir verschiedene Methoden der Rheumatherapie miteinander. Für jeden einzelnen Patienten mit einer bestimmten Diagnose legen unsere Orthopäden eine individuelle Therapie fest. Dabei werden dem Patienten verschiedene Behandlungen angeboten, diese eingeleitet und/oder veranlasst:

  • Medikamente; (z.B. Schmerzmittel, Basistherapien, Biologika (TNF-alpha-Blocker), Cortison, Chondroprotektiva, Naturheilverfahren, Injektionen)
  • Krankengymnastik (z.B. als Einzelgymnastik und Gruppengymnastik, als Trockentherapie oder im Bewegungsbad)
  • Ergotherapie (z.B. Gelenkschutztraining, Anpassung an die Anforderungen in der allgemeinen Lebensführung, im Haushalt, im Beruf und in der Freizeit, Hilfsmittelversorgung)
  • Physikalische Therapie (z.B. Wärme, Kälte, Massagen, Elektrotherapie)
  • Akupunktur
  • Operative Therapie (z.B. Korrekturoperationen bei Gelenkfehlstellungen oder Funktionseinschränkungen, Gelenkschleimhautentfernung, Gelenkersatz)
  • Patientenschulung
  • Psychologische Maßnahmen und Sozialberatung (z.B. psychologische Schmerzbewältigung, Entspannungstraining, Rehabilitation, Beruf)
  • Kooperationen mit Dermatologen, Augenarzt, HNO-Arzt, Neurologen usw.
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