Bandscheibenvorfall

Wenn die Bandscheibe auf den Nerv drückt

Sprechstunde zum Thema Wirbelsäule

BandscheibenvorfallXY (38 Jahre) aus Düsseldorf fragt: „Ich quäle mich seit 6 Wochen mit starken Rückenschmerzen herum, die in das rechte Bein ausstrahlen. Meine Wade ist bereits taub; teilweise habe ich Kribbeln in den Zehen. Mein Arzt rät dringend zur Operation. Was soll ich jetzt machen? Kann ich mir auch selbst helfen?“

Sie leiden unter dem Beschwerdebild eines Bandscheibenvorfalles mit Irritationen an einer Nervenwurzel des Ischiasnervs. Die Bandscheibe ist ein sehr „dynamisches“ Gewebe und unterliegt aufgrund des hohen Wassergehaltes (> 90%) gewissen Elastizitäts- bzw. Größenschwankungen. Sie besteht aus einem Gallertkern und einem sich darum befindlichen Faserring. Dieser ist für den festen Sitz dieser Gallertmasse verantwortlich, die durch Überbeanspruchung und Verschleißveränderungen in Richtung Rückenmark wandern kann. Kommt es zu einem starken Druck auf den Ischiasnerven, so entsteht ein Gesäß- bzw. Beinschmerz, teilweise mit Taubheit und Schwäche einhergehend, die Symptome des Bandscheibenvorfalles.

 

Der Arzt kann durch eine klinische, orthopädische-neurologische Untersuchung die Diagnose stellen. Manchmal ist als Hilfestellung eine Kernspintomographie notwendig. Diese ist eine radiologische Schnittbildgebung zur Bestimmung des Ausmaßes der Bandscheibenverschiebung. Ambulante Injektionsmaßnahmen unter besonderer Technik und nach bestimmter Abfolge an die Wirbelsäule sollen schnelle Linderung und Heilung bringen. Je nach Therapieumfang muss sich der Patient für eine überschaubare Zeit in der Praxis unter ärztlicher Überwachung aufhalten. Hierbei wird eine Belastung mit Röntgenstrahlen vermieden. Teilweise erfolgen die Spritzen unter Ultraschallkontrolle. Eine Spritzenbehandlung unter einem Computertomographen oder Bildwandler ist nur in seltenen Fällen notwendig. Durch die Wirbelsäulentherapie (PRT) sowie zusätzliche ärztliche Verordnungen, wie z.B. Krankengymnastik und eine Schmerzmedikation, kann sich nach einem Zeitraum von 4–6 Wochen bei mehr als 90% der Patienten eine Operation umgehen lassen.

Für die Zukunft sollten zwangshaltungsbedingte Anforderungen an die Wirbelsäule vermieden werden. Eine dreidimensionale röntgenstrahlenfreie Wirbelsäulenvermessung lässt Fehlstatiken sowie Haltungsfehler und damit die Auswirkung auf die Ansprüche unseres Achsenskelettes erkennen. Deshalb sind die konzentrierte Muskelkräftigung sowie gezielte Bewegungsübungen und Sport von großer Bedeutung und sichern uns als Vorbeugung die Kondition zum Älterwerden.  

Rheinische Post, Autoren: Dr. med. Paul Dann und Dr. med. Jürgen Arnold 

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