Definition:

Mit dem Begriff der Morton-Neuralgie wird eine schmerzhafte Reizung einer Nerven­struktur bezeichnet, die zwischen zwei Köpfchen der Mittelfußknochen zu den Zehen zieht. Diese Nervenstruktur befindet sich unterhalb eines Bandes, das zwei Mittelfußköpfchen verbindet. Durch mechanische Überlastung in diesem Bereich, insbesondere bei Vorliegen einer Spreizfußdeformität, kann es zu Einklemmungen dieses Nerven und chronischen Reizzu­ständen kommen. Ist dieser Nerv nur schmerzhaft gereizt, spricht man von einer Morton-Neuralgie. Kommt es im Rahmen chronischer und dauerhafter Einklemmun­gen zu einer bindegewebigen Verdickung des Nervens, spricht man auch von einem Morton-Neurom. Die häufigste Lokalisation ist zwischen den Mittelfußköpfchen III und IV, weil sich dort zwei Fußnerven aneinander annähern und die räumliche Einengung am wahrscheinlichsten wird. Aber auch zwischen allen anderen Mittelfußköpfchen kann diese Diagnose auftreten. Charakteristische Beschwerden sind elektrisierende Schmerzen mit Ausstrahlung in die benachbarten Kleinzehen, insbesondere beim Tragen fester und enger Schuhe.

Die Diagnose wird in erster Linie klinisch gestellt. Typische Untersuchungstests, bei dem der Fuß im Mittelfußbereich komprimiert wird und ein typischer Druck als schmerzhaft erkannt wird, bestätigen die Verdachtsdiagnose (Mulder-Test). Typischerweise beschreiben die Patienten auch eine Erleichterung der Schmerzen nach Ausziehen der Schuhe. Zusätzlich kann das Einspritzen lokal wirkender Betäubungs­mittel mit nachfolgender Schmerz­linderung die Diagnose bestätigen. Eine Röntgenuntersuchung zum Ausschluss anderer möglicher Diagnosen ist anzuraten. Weiterführende Untersuchungen, wie z.B. ein MRT in Bauchlage sind durchaus hilfreich, aber nicht notwendig.

Behandlung:

Die konservative Therapie besteht in der Versorgung entlastender Einlagen und einer lokalen Injektion von antientzündlich wirkenden Medikamenten. Auch krankengymnastische Maßnahmen können zur Linderung der Beschwerdesymptomatik beitragen. Bei bleibenden Beschwerden ist eine Operation anzuraten.

Wir beraten Sie gerne. Für eine Terminvereinbarung stehen wir Ihnen unter folgernder Telefonnummer gerne zur Verfügung: 0211-1691000

 

Dekompression des Nerven:

Bei bestehender Morton-Neuralgie, d.h. einem Engpass-Syndrom des Nerven und ent­sprechen­der Einklemmung durch die Bandstruktur zwischen den beiden Mittelfußköpfchen wird die entsprechende Druckbelastung des Nerven beseitigt. Der Nerv wird an Ort und Stelle belassen und die einengenden anatomischen Strukturen werden gespalten und der Nerv damit befreit.

Neuromexzision:

Bei Vorliegen eines Morton-Neuroms wird nach Dekompression der einengenden Strukturen der Nerv mitsamt seiner bindegewebigen Verdickung entfernt. Es kann im Verlauf nach der Operation zu leichten Taubheitsgefühlen im Bereich der angren­zenden Zehen kommen, die allerdings im Alltag nicht einschränkend sind. Durch Überlagerung der Versorgungsgebiete sensibler Anteile der verbleibenden Nerven ist häufig keinerlei Sensibilitätsstörung nach einer solchen Operation festzustellen.

Nachbehandlung:

Bei der Nachbehandlung ist eine Versorgung in einem Verbandsschuh mit flacher und fester Sohle für zwei Wochen zu empfehlen. Eine Teilbelastung an Unterarmgehstützen mit entsprechender Thromboseprophylaxe kann in einigen Fällen für eine Woche nach der Operation sinnvoll sein. In den meisten Fällen ist eine Vollbelastung nach der Operation im Verbandschuh möglich.

DGORh LogoSBerufsverband_fuer_Orthopaedie_und_UnfallchirurgieDr. Jürgen Arnold ist zertifiziertes Mitgliedf des GFFC e.V.DGOU Arnold JuergenRZ Rhein Ruhr
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